Wie schlägt sich der Karmann im Wohnmobil-Test?

Er hat einen bekannten Ausbauernamen, reichlich Ausstattung und die robuste Grundkonstruktion eines Kastenwagens: Macht das den 2013er Karmann Dexter 580 automatisch zu einer guten Wahl?

In Preisregionen ab 30.000 wird es spannend. Dort dürfen Reisemobilinteressenten, die ein gebrauchtes Fahrzeug suchen, anspruchsvolle Wünsche äußern. Dort tummelt sich unter anderem das Gros gebrauchter Kastenwagenausbauten auf Basis der beliebten Sevel-Transporterbaureihe – und mittendrin der von uns gecheckte Karmann.

Die Atmosphäre erinnert an klassischen Bootsbau

Das ist er: Ein Fall für zwei. Als rollendes Feriendomizil für Singles und Paare erdacht, positioniert sich der Dexter 580 auf Fiat-Ducato-Basis solide in der Sechs-Meter-Klasse. Trotz ihres deutschen Familiennamens wird die 2011 gestartete Modellreihe bei der französischen Trigano-Schwester Font Vendôme in der Dordogne im Auftrag gefertigt. Doch die Eigenständigkeit endet beim Dexter 580 zum Glück nicht mit einem Karmann-Logo im (Fiat-)Kühlergrill. Die Güte des Möbelbaus wird den prominenten Markenvorfahren durchaus gerecht. Warmtöniges Furnierdekor in Birnbaum und braun-beige Macao-Polsterstoffe harmonieren miteinander und schaffen eine behagliche Atmosphäre, die entfernt an klassischen Bootsbau erinnert. Alle Türen und Klappen schließen auch nach knapp sieben Jahren sauber, kein einziger Beschlag schwächelt. In der gecheckten Variante bietet der Dexter auf Basis des 3,5-Tonnen-Ducato vier Sitzplätze mit Dreipunktgurten. Der Grundriss gibt standardmäßig jedoch nur zwei Schlafplätze her. Ein optionaler Gästeschlafplatz wäre in der Halbdinette möglich.
 

Stärken Schwächen
– hohes Ausstattungsniveau – kurzes Doppelbett
– ansprechendes Ausbaukonzept für Paare – geringe Zuladung
– bewährtes Basisfahrzeug – hohes Gebrauchtpreisniveau
– großzügige Küchen- und Badabmessungen – begrenzte Bewegungsfreiheit an Bord
– guter Werterhalt – teilweise mäßige Nahtabdichtungen