Tirol erlebt Boom bei Camping im Winter

Wintercampen wird immer beliebter. Tirol ist in Österreich mit Abstand das beliebteste Reiseziel unter den Campingfreunden im Winter. Die Zahl der Ankünfte stieg im Jahresvergleich um mehr als 17 Prozent.

Der Trend zum Wintercampen findet immer mehr Anhänger. Die Zahl der Übernachtungen auf Campingplätzen legte in der vergangenen Wintersaison – also von November 2017 bis April 2018 – deutlich zu. 362.414 Nächtigungen bedeuten einen neuen Rekordwert. Im Jahresvergleich stieg die Zahl der Übernachtungen um 12,5 Prozent.

Für den weitaus größten Teil dieser Zahl sind Ausländer verantwortlich, nur 9.076 Mal nächtigten nach Angaben der Statistik Austria Österreicher auf einem Campingplatz im Winter in Tirol. Tirol ist dabei das mit Abstand beliebteste Reiseziel für Wintercamper, gefolgt von Salzburg und Vorarlberg.

Wintercamper bleiben im Schnitt vier Nächte

In ganz Österreich wurden in der vergangenen Wintersaison 171.588 Ankünfte auf Campingplätzen verbucht. Dieser Wert stellt ein Allzeit-Hoch da und ist zugleich ein Plus von rund 22 Prozent gegenüber der Vorjahressaison 2016/17. Im Durchschnitt blieben diese Gäste knapp 4,4 Nächte auf den Campingplätzen, die Zahl der Nächtigungen betrug insgesamt 760.809.

In Tirol bieten aktuell knapp 70 Plätze Wintercamping an, erklärte Reinhard Haslwanter, Bundessprecher der österreichischen Campingplatz-Betreiber. Diese Zahl habe sich in den letzten Jahren nicht stark verändert.

Warme Nächte im Wohnmobil dank guter Dämmung

Camper würden auch in der kalten Jahreszeit die natürliche Umgebung zu schätzen wissen, meinte Markus Holzer vom Österreichischen Camping Club (ÖCC). Überzeugend sei häufig die direkte Nähe zu Skipiste, Loipe und Therme. Außerdem hätten sich Campingfahrzeuge technisch weiterentwickelt – warmen Nächten stehe dank guter Wärmedämmung nichts im Weg, so Holzer.

Nützliche Tipps vom Campingexperten

Holzer rät den Wintercampern sich vor der Anreise darüber zu informieren, welche Straßen eventuell im Winter gesperrt und wo Schneeketten vorgeschrieben sind.

Mitnehmen sollten Camper Thermomatten für alle Scheiben, die als zusätzliche Isolierung dienen. Thermovorhänge würden das schnell auskühlende Fahrerhaus wärmen, so Holzer. Im Innenraum würden schnell trocknende Matten aus Mikrofaser helfen, den Matsch unter den Schuhen aufzusaugen. Auch Starthilfekabel und Schneeschaufel bzw -besen sollten immer zur Hand sein. Und auch einige dicke Winterdecken dürften nicht fehlen.

An ausreichend Gasflaschen denken

Am besten für den Winter eigne sich ein Zweiflaschensystem mit Umschaltautomatik. Das verhindere kalte Nächte. Innerhalb einer Woche seien im Winter schnell zwei Gasflaschen zu je elf Kilogramm verbraucht, gab der Camping-Experte zu Bedenken. „Man sollte vorab beim Campingplatz fragen, ob dort Flaschen getauscht werden können.“

Um bei Tauwetter nicht einzusinken, würden Bretter – angeordnet unter dem Deichselrad des Wohnwagens und unter den Hubstützen – helfen. Damit die Handbremse nicht anfriere, müsse sie gelöst werden, sobald das Fahrzeug aufgebockt ist. Außerdem lohne sich die Errichtung eines Vorzelts, das als Klimaschleuse dient.

Abwasserschieber offen lassen

Heizung und Warmwasseranlage sollte man beim Campen durchlaufen lassen, damit sie nicht einfrieren. „Den Abwasserschieber lässt man am besten offen und stellt einen Kübel darunter“, empfiehlt Campingexperte Holzer. „Noch einfacher sind beheizte Wasser- und Abwassertanks.“