So funktioniert alternatives Camping im Wohnfass am Lippesee

Kreatives Übernachten: In Sande kann man nicht nur zelten oder ein Haus mieten, sondern in einem riesigen Fass schlafen. Was es außerdem alles an Möglichkeiten gibt

Paderborn-Sande. Das schlägt dem Fass den Boden aus: Seit über zwei Jahren lässt sich am Paderborner Lippesee eine neue Art des Campings erleben. Gäste können ganzjährig in einem großen Holzfass mit komfortabeler Ausstattung direkt am Waldrand übernachten. Der Platz „Camping am Lippesee“ macht es möglich und das nur 80 Meter Fußweg vom namensgebenen See entfernt.

Egal ob Sommer oder Winter, die Temperatur in den Fässern bleibt angenehm, da bei Hitze die Dämmung und der Schatten des Waldes kühlen und bei Kälte die eingebaute Dachheizung das Innere warm hält. Ausgestattet sind die runden Häuschen mit einer Schlafstelle für zwei Personen und ausklappbaren Betten für Kinder sowie einem Tisch, Stromanschlüssen und ausreichend Stauraum. Bei gutem Wetter kann man sich auch problemlos auf der Terrasse vor dem Fass entspannen und den Tag am Lippesee ausklingen lassen. Die Kosten liegen bei 30 Euro pro Tag zuzüglich Gebühren pro Person und Nebenkosten wie WLAN, Reinigung oder Strom. Die Betten werden bezogen und auf dem „Campingplatz am Lippesee“ gibt es für jede Hütte eine eigene Nasszelle.

Die Idee, das Übernachten in besonderen Hütten an den Lippesee zu bringen, kam vor knapp drei Jahren, als Michael Brusche, Leiter des Campingplatzes, die Fässer auf einer Messe in Essen sah. Direkt wurden zwei Stück bestellt und am Waldrand montiert. Dazu bauten die Verantwortlichen die Holzterrassen an die Fässer, um sie im Sommer attraktiver zu gestalten.

Die Holzfässer sind besonders bei Großeltern mit ihren Enkeln beliebt

„Viele Leute kommen mit Zelten, sehen die bereits eingerichteten Fässer und entscheiden sich spontan um“, erzählt Sonja Siemensmeyer, Mitarbeiterin des Campingplatzes. Die Fässer seien, wie auch der Rest des Platzes, den ganzen Sommer ausgebucht gewesen. Wegen der guten Perspektiven gäbe es Pläne, weitere anzuschaffen. Auch die positiven Rückmeldungen der Camper habe den Verantwortlichen gezeigt, dass die Fässer Zukunft haben. „Selbst andere Plätze haben sich das Konzept bei uns angesehen“, so Siemensmeyer.

Die Zielgruppe sei laut Siemensmeyer durchmischt. Häufig kämen jedoch Großeltern mit ihren Enkeln oder auch junge Pärchen, die übers Wochenende an den Lippesee fahren. Auch Gruppen von Fahrradfahrern sage die runde Hütte häufig zu.

Auch andere Formen modernen Campings immer beliebter

Eine weitere Besonderheit am Campingplatz ist die hohe Anzahl an Häusern auf Rädern, die dauerhaft auf gepachteter Fläche stehen, nämlich 150 Stück. Weiterhin können bis zu 80 Dauer- und 30 Wochenendcamper untergebracht werden. Außerdem suchen die Menschen laut Siemensmeyer immer neue Arten, ihre freien Tage zu verbringen: „Hoch im Kurs sind auch Pavillons und kleine Ferienhäuschen auf Rädern“. In den Pavillons wird oft gefeiert oder größere Gruppen mieten sich ein. Die Häuser halten alles wichtige für den Alltag bereit und könnten so auch außerhalb eines Campingplatzes als normales Ferienhaus vorzufinden sein. Klassisches Zelten ist natürlich nach wie vor möglich.