Outdoor-Gadgets: Camp dich glücklich

Zeit haben, aufs Meer schauen, bei sich selbst ankommen – das schätzen Camper an ihrer liebsten Urlaubsform. Aber auch die Gadgets müssen stimmen: Unser Autor empfiehlt einen Duschsack, Panzertape und Thermobecher.

Wir Camper haben es manchmal nicht leicht mit unseren Mitmenschen: „Und was machst du so, wenn du unterwegs bist? Wird dir nicht langweilig?“ Eine seltsame Frage, die ich aber dennoch immer wieder beantworten muss.

Obwohl Camping laut dem Statistischen Bundesamt voll im Trend liegt und immer mehr Deutsche die Tour im mobilen Heim einem Hotelbesuch vorziehen, können sich nach wie vor einige Leute nicht vorstellen, was man denn so macht den ganzen Tag. Meine Antworten bedienen sich dann immer aus meinem Standardrepertoire: Ich schaue aufs Meer. Ich fahre weg, um bei mir anzukommen. Ich genieße es, wenig dabei und umso mehr Zeit für mich zu haben.

Die idyllische Vanlife-Einsamkeit, wie sie häufig bei Instagram gezeigt wird, ist nicht mehr so häufig zu finden. Aber das hat einen Vorteil: Ab und zu sieht man bei anderen Mobilisten spannende Reisegadgets. Hier sind vier Mitnahmeobjekte, die auf keiner Tour fehlen sollten.

Schweizer Duschsack: saubere Sache!

Auf einem Festival bin ich an einem Wohnmobil vorbeigefahren, an dem der schwarze Duschbeutel hing. Ursprünglich wurde dieser Wassersack mit einem Fassungsvermögen von 20 Litern für die Schweizer Armee als Trinkwasserspender produziert. An beiden Enden ist ein Tragegriff aus Seil montiert, der auch als Aufhängung dient. An einer Seite befindet sich der Wasserauslass. Dabei handelt es sich um ein schwarzes Ventil mit einem kleinen Druckknopf an der Seite. Solange dieser gedrückt wird, fließt Wasser in einem Strahl – ähnlich wie bei einem Wasserhahn.

Zum Duschen ist das eher blöd, zum Glück gibt es für das Sackkonzept eine Menge Zubehör. So kann man mit einem neuen Verschluss, den es für ein paar Euro nachzukaufen gibt, das Gardenasystem anschließen, zum Beispiel einen Brausekopf, mit dem das Duschen fast so schön ist wie im heimischen Badezimmer. Auf Festivals ist der Sack in Verbindung mit einer Schüssel eine optimale Spülstation fürs Geschirr.

Ganz günstig ist der Duschsack sicher nicht, es gibt viele Modelle, die nur einen Bruchteil kosten. Aber kein anderer hat diesen erdigen Outdoorcharme. Und wie heißt es außerdem so schön: Wer günstig kauft, kauft zweimal.

Was ist das? Eine mobile Waschgelegenheit mit Erweiterungspotenzial

Wer braucht das: Festivalzelter, Hundebesitzer und Kaltduscher

Was kostet das? circa 20 Euro, Zubehör nach Wahl

Panzertape: Freunde fürs Kleben

Unterwegs geht auch mal etwas kaputt. Werkzeug der Wahl ist für solche Fälle immer ein Gewebeklebeband. Man kennt es übrigens auch als Panzertape, Duct Tape oder Gaffertape – weshalb ich von Freunden in Anlehnung an den TV-Tausendsassa auch häufig „McGaffer“ genannt werde.

Zu Recht: Ohne Gaffertape fahre ich nicht mehr los, es hat mir schon oft den Trip gerettet. Ein Loch im Pavillon? Klebestreifen drauf, fertig. Die Zeltstange ist gebrochen? Mit Gaffertape umwickeln. Hält. Auch wenn am Wohnmobil mal etwas kaputtgeht, greife ich schon fast automatisch zum Klebeband. Aber ich muss zugeben, dass es für Fahrzeugreparaturen bessere Hilfsmittel gibt.

Was ist das? Stabiles Gewebeklebeband

Wer braucht das: Jeder Camper, ohne Ausnahme.

Was kostet das? circa 10 Euro

Proxxon Werkzeugkoffer: die robuste Notfallhilfe

Auf längeren Reisen ist der Pkw- und Universalwerkzeugkoffer von Proxxon mein treuer Begleiter. Das liegt weniger an den bunten Griffen, sondern vor allem an der Zusammenstellung der Werkzeuge. Zum Beispiel gibt es Zündkerzenspezialeinsätze in verschiedenen Größen, Steck- und Gabelschlüssel und diverse Zangen. Auch der Hammer liegt gut in der Hand, wobei der ganze Koffer ein echter Hammer ist. Ihn zu benutzen, macht fast so viel Spaß, wie draußen Feuer zu machen, um darauf Wasser für einen Kaffee zu kochen.

Was ist das? Koffer mit 43 Werkzeugen

Wer braucht das: Autofahrer in Notsituationen und DIY-Bastler

Was kostet das? ca. 150 Euro

Kinto Thermobecher: Liebe auf den ersten Schluck

Mein wichtigstes Mitnahmeobjekt, gerade auf längeren Fahrten, ist allerdings mein Thermobecher von Kinto. Es war sozusagen Liebe auf den ersten Schluck. Die geradlinige Form mit der leicht angerauten Oberfläche sieht nicht nur blendend aus, sondern fühlt sich in der Hand klasse an. Der Deckel muss zum Trinken abgeschraubt werden, dadurch lässt sich der Becher nicht mit einer Hand benutzen. Das könnte den einen oder anderen abschrecken – aber für mich ist das perfekt.

Mit diesem Deckel bleibt der Kaffee mehrere Stunden lang so heiß wie beim Aufbrühen. Und beim Trinken muss man nicht schauen, an welcher Seite die Trinköffnung ist. Man darf ruhig sagen, dass der Kinto-Becher ein 360-Grand-Rundum-Trinkvergnügen bietet.

In den großen Becher passt ein halber Liter, in die etwas kleinere Version immerhin 350 Milliliter. Der robuste Becher von Kinto hat schon einige Reisen mitgemacht – und das wird auch so bleiben. Ich würde auf einem Kurztrip inzwischen eher auf mein Smartphone verzichten als auf den Becher.

Was ist das? Thermobecher für kalte und heiße Getränke

Wer braucht das: Stilsichere Kaffeetrinker, die es auch auf längeren Fahrten richtig heiß mögen.

Was kostet das? ca. 40 Euro