Coronavirus: Ansturm auf Camping-Plätze in der Schweiz

Wegen des Coronavirus dürften viele Schweizer diesen Sommer im Inland Ferien verbringen. Der TCS verzeichnet bereits jetzt viele Campingplatz-Reservationen.

Momentan nutzen die Schweizer jede Gelegenheit, um kurz an die frische Luft zu kommen. Wer aufgrund des Coronavirus im Homeoffice feststeckt, sucht den Ausgleich bei Ausflügen in die Natur. In zwei Monaten beginnen in den ersten Kantonen die Sommerferien, von internationalen Reisen werden viele Schweizer aber absehen.

«Verzichten Sie auf nicht dringende Auslandreisen» – so lautet die aktuelle Weisung des BAG. Ein Termin für die Grenzöffnung steht noch nicht fest. Können wir die Badeferien stattdessen in der Schweiz verbringen?

Campingplätze bleiben weitgehend geschlossen – vorerst

Öffentliche Freizeitbetriebe wurden auf Anordnung des Bundes geschlossen. Das betrifft auch die Campingplätze. Vereinzelt gibt es dennoch Berichte von offenen Campingplätzen – wie kommt das?

«Nur die festen Wohnwagenplätze dürfen aktuell von Dauercampern verwendet werden», erklärt Beat Müller, Leiter der Freizeitanlage Eichholz in Bern. «Touristenplätze dürfen nicht vergeben werden.» Am 27. Mai will der Bundesrat über eine mögliche Lockerung für Freizeitbetriebe ab dem 8. Juni entscheiden.

Auch die 24 Campingplätze des TCS bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Der Mobilitätsclub will Saisongästen ab dem 27. April Zugang zu ihren Wohnwagen erlauben, allerdings ohne Übernachtung. Ab dem vierten Mai öffnet der TCS seine Plätze dann wieder für Dauermieter.

TCS blickt trotz Coronavirus optimistisch in den Sommer

Mit seiner Prognose für den Sommer zeigt sich Laurent Pignot, Mediensprecher beim TCS, optimistisch: «Der TCS rechnet mit einer grossen Anzahl von Buchungen und einer guten Tourismus-Saison in der Schweiz. Der Sommer wird dieses Jahr eine Gelegenheit sein, die Schweiz, ihre Landschaften und ihre Natur neu zu entdecken.»

«Wir haben bereits viele Reservierungen erhalten», gibt Pignot zu bedenken. «Wir empfehlen allen, die unsere Campingplätze besuchen möchten, eine Reservierung vorzunehmen, um einen Platz zu garantieren.»

Unter Einhaltung der Schutzvorkehrungen dürften die Campingplätze Mühe haben, die Nachfrage im Sommer abzudecken. Wild campen ist an den meisten Orten allerdings keine Alternative, warnt der TCS auf seiner Internetseite: Generell ist wild zelten nur oberhalb der Baumgrenze und auf Privatgrundstücken mit Erlaubnis des Besitzers gestattet.

Trotzdem eine schlechte Saison für Campingplatzbetreiber?

Auch ab dem 8. Juni dürfte der Betrieb, wenn überhaupt, nur eingeschränkt aufgenommen werden. «Welche Massnahmen ergriffen werden, hängt vom Bund ab. Eine uneingeschränkte Öffnung wie im letzten Sommer erwarte ich nicht», gibt Müller zu bedenken.

«Grundsätzlich ist das Geschäft schon vermasselt. An Ostern hätten wir bereits offen gehabt und bei dem Wetter viele Gäste verzeichnet, das holen wir nicht mehr ein. Je nachdem, wie die Massnahmen zur Öffnung aussehen, werden wir unsere normale Auslastung im Sommer nicht erreichen können. Wir suchen aber nach Lösungen», zeigt sich Müller optimistisch.

Durch die Angliederung an die Stadt ist der Campingplatz finanziell abgesichert. «In normalen Jahren sind wir der einzige Betrieb der Stadt Bern, der rentiert. Das wird diesen Sommer aber wohl nicht der Fall sein.»