Camping im Corona-Sommer – so findest du den besten Platz!

Camping in Prerow
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Wir haben uns lange auf den Sommerurlaub gefreut. Doch längst nicht jeder kann seine Pläne in diesem Jahr auch umsetzen. Wie wäre es also mit Ferien auf dem Campingplatz? Wer das vorhat, muss aber einiges beachten.

Not macht erfinderisch, heißt es. Und bei Jobst Paepcke war – wie bei so vielen – in diesem Frühjahr durchaus Not am Mann. Normalerweise arbeitet der Unternehmer aus Hamburg im Film- und Eventgeschäft. Doch wegen der Pandemie lief da so gar nichts. „Also beschloss ich, die gewonnene Zeit zu nutzen, um mit meiner Familie den schönsten Camping-Sommer jemals zu erleben“, so Paepcke. Allerdings sei ihm dann schnell aufgefallen, dass es aufgrund der Corona-Lage in diesem Jahr wohl ziemlich eng auf den deutschen Campingplätzen werden würde.

Popup-Campingplätze auch in Mitteldeutschland

Weil viele Menschen nicht wie geplant ins Ausland können oder wollen, dürfte das Interesse an Stellplätzen steigen. Gleichzeitig dürfen viele Plätze wegen der Corona-Regeln in den Bundesländern nicht voll ausgelastet werden. So soll das Einhalten von Abstandsregeln ermöglicht werden.

Und jetzt kommt die Stelle mit dem Erfindungsreichtum. Jobst Paepcke erinnerte sich, dass er in seinem Job viel Kontakt zu Festivalbetreibern hat. „Für die ist die Saison coronabedingt nahezu ein Totalausfall“, sagt er. Doch ließen sich die Nöte der Campingfans – die einen Stellplatz brauchen – und die der Festivalorganisatoren – die in diesem Jahr viel ungenutzte Flächen haben – nicht irgendwie zusammenbringen?

Das Ergebnis nennt sich Pop-up-Camping und funktioniert so: Festivalflächen werden den Sommer über zu temporären Campingplätzen – ohne Schickschnack, aber immerhin mit genügend Platz zum Nachbarn. Und auf Wunsch sogar mit eigener Toilette. Check-in und Bezahlung laufen komplett übers Netz.

Ein Pop-Up-Camp existiert bereits in der Lüneburger Heide. Die Nacht kostet dort 29 Euro. Weitere sind in Planung, unter anderem eines auf dem Ferropolis-Gelände am Gremminer See bei Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt. Auch am Saaler Bodden bei Ribnitz-Damgarten an der Ostsee und südlich von Berlin – dort gleich zwei Mal – sollen weitere Standorte öffnen.

Unbedingt Wunschtermin vorab checken

Auch andere Portale bieten Urlaubern mit – und manchmal auch ohne – Wohnmobil Campingplätze für den Urlaub in ganz Deutschland an. Sie heißen „Landvergnügen“ , „MaxCamping“ oder „Campspace“ und bieten insgesamt ein eher kleines – wenn auch feines – Angebot.

Viele Leute wird es deshalb auf einen ganz normalen Campingplatz ziehen. In allen Bundesländern sind inzwischen sowohl Dauercamping als auch Touristisches Camping wieder erlaubt, zeigt eine Übersicht des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland. In vielen Fällen gibt es jedoch Abstands- und Hygieneregeln zu beachten. Sonst riskiert man bei Verstößen vom Platz zu fliegen.

Und noch etwas ist sinnvoll: Wer sich einen Campingplatz ausgeguckt hat, sollte vor Anreise klären, dass der am Wunschtermin auch noch freie Kapazitäten hat. Es ist nicht nur generell voller, vielerorts werden auch absichtlich Stellplätze freigelassen. „Einfach drauflos zu fahren, ist 2020 kein guter Tipp“, lautet daher das Fazit vom Chefredakteur des Fachmagazins „Caravaning“, Ingo Wagner.

Was tun, wenn der Campingplatz voll ist?

Wer deswegen auf die Idee kommt, dann doch einfach wild zu campen: Das ist in Deutschland nicht erlaubt. Allerdings hat der Chefredakteur einen kleinen Tipp parat: Die Vorschriften erlaubten, die „Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen“. Deshalb dürfe jeder müde Fahrer eine Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz verbringen und dort schlafen – außer es steht irgendwo dort, dass das explizit verboten ist.

Wer im Ausland campen will: Im Grundsatz ist das in vielen Ländern mittlerweile wieder möglich, in Österreich zum Beispiel. Man sollte sich aber sehr genau über die geltenden Regeln informieren.

Ach ja, noch mal ein Wort zu Pop-Up-Camper Jobst Paepcke: Der hat übrigens eine Corona-Erkrankung bereits überstanden. Er hatte sie aus dem Skiurlaub im österreichischen Ischgl mitgebracht und seine ganze Familie angesteckt. Er weiß also, dass Infektionsschutz im Urlaub mehr ist als nur Blabla. „Das Coronavirus sollte nicht bagatellisiert werden.“ Wenn es mit den improvisierten Campingplätzen in diesem Jahr läuft, sagt er, kann er sich vorstellen, im kommenden Jahr damit weiterzumachen.