Camping per Dachzelt: So wird Ihr Auto zum Wohnmobil

Campen im Dachzelt: Der Komfort ist natürlich ein anderer als in einem ausgewachsenen Wohnmobil. Dafür muss ein Zelt fürs Autodach nicht unbedingt viel Geld kosten.
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Der Urlaub auf Achse boomt. Aber Wohnmobile und Caravans sind oftmals ausgebucht oder unbezahlbar. Die günstige Alternative: ein Dachzelt fürs eigene Auto.

Mithilfe eines Dachzelts lässt sich beinahe jedes Auto zum Wohnmobil umwandeln. Die Vorteile liegen auf der Hand:

Zum Campen brauchen Sie lediglich das eigene Auto.
Das Dachzelt ist alltagstauglich, denn es kann nach dem Urlaub in Keller oder Garage verschwinden.
Es ist sehr günstig, wenn Sie die Kosten selbst mit der Miete eines ausgewachsenen Freizeitfahrzeugs vergleichen.
Da es auf dem Dach mitfährt, kostet es keinen Stauraum im Auto.
Sie benötigen keinen speziellen Führerschein.

Allerdings ist es natürlich Camping ohne großen Komfort – dafür aber sehr ursprünglich und der Natur ganz nah. Was Sie vor dem Start beachten müssen, finden Sie hier im Überblick.

Wie finde ich das passende Dachzelt?

Zunächst sollten Sie sich fragen, wie vielen Personen das Zelt einen Schlafplatz bieten soll. Außerdem müssen Sie sich zwischen einem Hartschalenzelt und einem Klappdachzelt entscheiden. Vorteile der Hartschale sind die bessere Isolierung gegen Kälte und der bequemere Aufbau: Durch eingebaute Gasdruckdämpfer öffnet es sich ähnlich wie der Kofferraumdeckel Ihres Autos. Das Klappdachzelt hingegen stellen Sie mithilfe einer Kurbel auf. Dafür wiederum ist es leichter und günstiger.

Wie teuer ist ein Dachzelt?

Wasserdicht, robust und pflegeleicht –  das sind die Minimalanforderungen an ein Dachzelt. Mindestens 600 Euro für ein Zwei-Personen-Zelt sollten Sie deshalb investieren. Wer mehr Komfort etwa bei Belüftung oder Aufbau will, muss mit einem vierstelligen Betrag rechnen. Die Kosten für Dachträger (siehe unten), Matratzen und weitere Wünsche müssen Sie noch hinzurechnen.

Wie befestige ich ein Dachzelt?

Um das Dachzelt zu befestigen, benötigen Sie zunächst einen Dachträger (ein Gepäckträger, der auf dem Dach angebracht wird). Viele Autohersteller haben passende Modelle im Angebot. Auch im Zubehörhandel finden Sie eine große Auswahl. Wichtig: Das Dachzelt muss zum Dachträger passen – denn daran wird das Zelt montiert. Die Maximallast des Dachträgers muss das Gewicht des Zelts aushalten.

Am Boden des Dachzelts finden Sie Profilschienen. Mit entsprechenden Beschlägen verbinden Sie das Zelt mit dem Dachträger.

Je nach Ausstattung des Zelts bauen Sie es mit einer Kurbel auf oder es stellt sich mit Hilfe von Gasdruckdämpfern selbständig auf. In der Regel wird eine Leiter mitgeliefert, die Sie in der entsprechenden Halterung anbringen.

Warum ist die zulässige Dachlast so wichtig?

Wer sich für ein Dachzelt interessiert, sollte unbedingt die zulässige Dachlast des Autos beachten. Sie ist in der Betriebsanleitung angegeben. Häufig ist nur eine Dachlast von 50 kg erlaubt. Das bedeutet: Was auch immer Sie auf dem Dach anbringen und transportieren wollen – das Gesamtgewicht darf diese 50 kg nicht überschreiten. Andernfalls erhöht sich der Schwerpunkt Ihres Autos zu stark und es entwickelt gefährliche Fahreigenschaften. Ein solcher Verstoß gegen die Ladungssicherungspflicht kann deshalb mit einer Strafe von bis zu 200 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet werden.

Aber auch ohne die erlaubte Dachlast zu überschreiten, sollten Sie sich vor dem Antritt Ihrer Urlaubsreise mit ungewohnten Fahreigenschaften Ihres Autos vertraut machen.