Campingplatz Falkensteinsee fährt wieder hoch

Camping- und Ferienpark Falkensteinsee
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Gäste und Tagesbesucher dürfen den Camping- und Ferienpark Falkensteinsee wieder ansteuern. Allerdings gelten strikte Vorgaben.

Steinkimmen Gastlichkeit und der Wunsch, anderen eine angenehme Zeit zu bereiten, sind Eigenschaften, die Rieke Meiners schon im Elternhaus verinnerlicht hat. Umso mehr schmerzte es sie, im Zuge der Corona-Pandemie Gäste und Tagesbesucher plötzlich mittels Flatterband, umgedrehten Bänken, angeschlagenen Verordnungen und sogar einem Schild „Gäste nicht erbeten“ abwehren zu müssen.

Mit der jüngsten Verordnung des Landes ist die Abriegelung des Camping- und Ferienparks Falkensteinsee zum Glück passé. Rieke Meiners und Ehemann Rik Geiger, die den Platz 2012 erworben und seither stetig modernisiert und erweitert haben, dürfen wieder die Gastgeber sein, als die sie sich verstehen – wenngleich mit Einschränkungen.

Eine davon: eine 50-prozentige Belegung. „Wir sind für Pfingsten seit einem Jahr ausgebucht“, berichtet Rieke Meiners. Rund 80 Einheiten – also Wohnwagen oder Wohnmobile – müssten zu Hause bleiben. „Das sind etwa 200 Gäste“, so die Campingplatz-Inhaberin. Voraussichtlich werde sie das Los entscheiden lassen. Wieder öffnen wird ab Freitag auch das Restaurant Seehuus.

Wie überall gilt auch am Falkensteinsee weiterhin: Abstand halten. Nur jeder zweite Tisch im Restaurant darf belegt werden, jedes zweite Waschbecken im Sanitärbereich wird gesperrt. Überall auf dem Gelände sind Desinfektionsmittelspender verteilt. „Unsere Armaturen und Geräte funktionieren zum Glück kontaktlos“, so Rieke Meiners. Zur Entspannung der Situation trage auch bei, dass der Platz über Privatbäder zur Alleinnutzung verfüge.

Zusätzliche Kapazitäten stehen in Kürze direkt am Seehuus zur Verfügung: Dort ist über den Winter ein zweites Duschhaus entstanden, das nach Pfingsten eröffnet werden soll. Auch ein neues Rezeptions- und Bürogebäude wurde dort gerade bezogen. Künftig werde an der ehemaligen Rezeption im „Roten Haus“ eingecheckt und im neuen Service-Point abgerechnet und ausgecheckt, erklärt Rieke Meiners. Aktuell denkt sie über eine Art „Schnell-Check-in“ nach, bei dem Anreisende vorbereitete Tüten mit Wegbeschreibung, Duschkarten und Schlüsseln überreicht bekämen, um Wartezeiten und Kontaktmöglichkeiten zu minimieren.

Trotz aller Einschränkungen ist Rieke Meiners froh, dass der Betrieb wieder anläuft. Ihr sei es extrem schwer gefallen, einen Großteil ihrer – in der Hochsaison bis zu 60 – Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken zu müssen. Diejenigen, die weiterarbeiteten, hatten sich vor allem um die Rückabwicklung unzähliger Buchungen zu kümmern. Ostern und das lange Wochenende um den 1. Mai – beide waren ausgebucht – sind Corona zum Opfer gefallen, genau wie zahlreiche Familienfeiern und Firmenjubiläen im Seehuus.

Seit der jüngsten Maßnahmen-Lockerung klingeln die im Büro wieder nonstop die Telefone – jetzt für Buchungsanfragen. Das Treffen der historischen Camping-Fahrzeuge, das über den 1. Mai stattfinden sollte, ist auf September verschoben worden.

In finanzieller Hinsicht, so berichtet Rieke Meiners, habe sie in der Krise viel Entgegenkommen erlebt. So habe beispielsweise ihre Hausbank von allein Unterstützung zugesichert, auch Soforthilfe und Kurzarbeitergeld seien schnell geflossen und die Zahlungen der 220 Dauercamper seien gerade fällig gewesen. Doch aufatmen könne sie erst, wenn das Jahr mit einem blauen Auge überstanden sei.

Ihre Zuversicht schöpft die Campingplatz-Betreiberin aus ihrer optimistischen Grundhaltung – aber auch aus den Erfahrungen der Anfangszeit am Fakensteinsee. „Wir wissen noch, wie es ist, wenn keine Camper kommen, wenn man nur Ausgaben und keine Einnahmen hat. Deshalb ist das jetzt alles nicht mehr so gruselig für uns.“