Camping und Corona: Wichtige Fragen und Antworten im Überblick

Wo ist Camping noch möglich?
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Update

Reisestopps, Grenzschließungen, Quarantäne: Was bedeutet die Covid-19-Ausbreitung für die Caravaning-Branche. CARAVANING gibt einen Überblick über die Auswirkungen auf die Camping-Branche.

Was passiert mit der reservierten Parzelle auf dem Campinglatz im Süden? Wird mein bestellter Wohnwagen noch produziert? Verzögert sich die Auslieferung? Und: Kann man überhaupt dieses Jahr noch campen gehen? Bei dem Gedanken an die Auswirkungen der Coronakrise kommen viele Punkte zusammen, die derzeit nicht klar beantwortet werden können.

Zum 23.03.2020 hat die Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern ein Maßnahmenpaket mit 9 Punkten beschlossen, dass die weitere Ausbreitung von Covid-19 eindämmen soll. Hauptpunkt ist dabei ein Kontaktverbot, das für ganz Deutschland gilt. So sind, zunächst für zwei Wochen, Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit verboten. Insgesamt sollen Menschen derzeit persönliche, soziale Kontakte auf ein Minium reduzieren und jegliche Aktivitäten im öffentlichen Raum sind auf das Nötigste runterzufahren. Doch was bedeutet das konkret fürs Camping?

Wo ist Camping noch möglich?

Derzeit wird komplett von touristischen Reisen jeglicher Art vom Auswärtigen Amt abgeraten. Unser Schwesternmagazin promobil hat hier einen Überblick, der regelmäßigen mit aktuellen Entwicklungen ergänzt wird.

Ist das Stornierung des gebuchten Campingplatzes kostenlos?

Es gibt eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für alle touristische Reisen bis Ende April. Dies ermöglicht nach Ansicht der Verbraucherzentrale zusammen mit den vielen Grenzschließungen nach deutschem Recht das Stornieren von Individualreisen aufgrund eines unvermeidbaren, außergewöhnlichen Ereignisses wie der Coronakrise. „Wenn Sie die individuell gebuchte Unterkunft wegen der Grenzbeschränkungen nicht nutzen können, müssen Sie unserer Ansicht nach auch nicht dafür bezahlen. Viel spricht dafür, dass dies auch gilt, wenn die Unterkunft nicht erreichbar ist […].“

Wichtig ist, dass hierfür deutsches Recht als Ermessungsgrundlage gilt. Wurde die Campingplatz-Parzelle im Ausland beim Anbieter direkt gebucht, gilt die dortige Rechtslage.

In Deutschland gilt seit dem 16.03.2020 die offizielle Vereinbarung der Regierung und Bundesländer, dass „Übernachtungsangebote nur notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden“. Laut Deutschem Tourismusverband steht betroffenen Reisegästen die kostenfreie Stornierung zu, da laut Robert-Koch-Institut deutschlandweit eine hohe Gefährdungslage herrscht. Bis auf das Saarland (Stand 20.03.20) habe alle Bundesländer touristische Nutzungsverbote ausgesprochen. Solch ein Sonderrücktrittsrecht gilt nur für Zeiträume, die vom Auswärtigen Amt oder auch Robert-Koch-Institut in den Zeitraum des außergewöhnlichen Umstandes fallen. Bedeutet: Die gebuchte Parzelle im August 2020 an der Adriaküste ist derzeit nach diesem Recht (noch) nicht stornierbar.

Spanien geht derzeit noch einen Schritt weiter: So hat am 20.03.2020 die spanische Regierung beschlossen, dass bis spätestens 26. 03.2020 alle Campingplätze geschlossen werden müssen.

Verzögert sich die Auslieferung des bestellten Caravans?

Während in der Automobilindustrie bereits bekannt ist, dass einige Hersteller ihre Produktionen aussetzen und ein ähnlicher Verlauf auch in der Freizeitbranche denkbar ist, sieht es Stand heute, 20.03.2020, besser aus.

CARAVANING hat bei den größten Herstellern nachgefragt:

1. Erwin-Hymer-Gruppe mit den Wohnwagen-Marken Eriba, Detleffs, Bürstner

Die Wohnwagen-Marken Eriba, Bürstner und Dethleffs gehören alle zur Erwin-Hymer-Group und haben aktuell noch keinen Produktionsstopp verhängt. Laut Pressesprecherin Theresa Hübschle kann im Notfall auch auf Kurzarbeit umgestiegen werden, um wirtschaftlichen Schaden von der Gruppe abzuwenden und die Arbeitsplätze zu sichern. Aktuell sollen aber verschärfte Hygienemaßnahmen und ein Verbot von Dienstreisen und Veranstaltungen ausreichen, um die Mitarbeiter zu schützen. So soll weiterhin dafür gesorgt werden, dass Bestellungen erfüllt werden.

2. Knaus-Tabbert-Konzern mit den Wohnwagen-Marken Knaus, Tabbert

Bei Knaus und Tabbert laufen auf Nachfrage die Produktionsbänder noch relativ normal. Präventiv wurden einige Mitarbeiter nach Hause geschickt, die zur Risikogruppe zählen. Das führt auch bei dem Konzern dazu, dass insgesamt etwas weniger Wohnwagen gebaut werden als sonst. Allerdings „soll bei Knaus so lange wie möglich Normalität herrschen“, sagt Pressesprecher Stefan Diehl. Für die Mitarbeiter wurden im Gebäude Desinfektionsstationen aufgebaut.

3. Fendt

Bei Fendt wurde im Zuge der Corona Pandemie bereits die Vier-Tage-Woche eingeführt. Außerdem hat der Hersteller eine Task-Force gegründet, die jeden Tag die Situation neu bewertet und die, wenn es nötig wird, weitere Änderungen vornimmt.

Bei den Caravan-Herstellern Hobby und Adria laufen derzeit noch Anfragen und CARAVANING wartet seit dem 20.03.2020 auf eine Rückmeldung.