Überdurchschnittliches Wachstum: Aufwind für den Solothurner Stadtferien-Campingplatz

TCS Campingplatz

 
 
 

Die Logierstatistik für den TCS Campingplatz sieht 2019 noch erfreulicher aus als im Erfolgsjahr 2018.

Auf ein erfolgreiches Campingjahr 2018 folgte eine ebenso erfreuliche Erfolgssaison 2019. So bilanziert der TCS Campingplatz Solothurn den vergangenen Sommer. Mehr noch: «Per Ende September hatten wir 1,3 Prozent oder 320 mehr Logiernächte als 2018», informiert Cedric Schoch, Regionalleiter TCS Camping für die Deutschschweiz. Bis Ende des vorigen Monats zählt man somit rund 24 900 Logiernächte.

Überdurchschnittliches Wachstum sei beim Glamping festzustellen, also jenem Segment neben der klassischen Camping-Klientel, die mit Zelt, Wohnmobil, Wohnwagen oder Wohnbus anreist. Beim Glamping – oder «glamourösen Camping» – sind Infrastrukturen in Form von Mietunterkünften bereits vorhanden. Im Falle von Solothurn handelt es sich um Cabanes, also kleine Hütten, weiter um Nostalgiewagen, Safarizelte oder Pods, also fassähnliche Unterkünfte. Darüber hinaus gehören in Solothurn Frühstücks- oder Abendessen-Pakete im angeschlossenen «Pier 11»-Restaurant zum Glamping-Angebot.

Das Saisonwetter: Für Solothurn perfekt

Zum Erfolg beigetragen hat das ideale Sommerwetter. «Für Solothurn perfekt und sehr stabil», wie Schoch ausführt. «Ist es ein sehr heisser Sommer, so profitieren die höher gelegenen Plätze, dafür leiden die Standorte im Süden.» Solothurn indes liege dazwischen.
Ein Zwitterplatz sei Solothurn überdies, weil er einerseits kein Transit-Standort «für eine Nacht» sei, ebenso wenig aber der typische Platz, um wochenlang zu verweilen.

«Üblich sind zwei, drei Übernachtungen, was Solothurn zum typischen Stadtferien-Campingplatz macht.» Natürlich aber gibt es dennoch jene, die einen Saisonvertrag lösen. Im Sommer sind es deren rund 50, im Winter rund 30. Allerdings weist Schoch darauf hin, dass die TCS Camping AG seit drei, vier Jahren keine Wohnsitznahme auf dem Campingplatz mehr toleriere. «Für Dauergäste verlangen wir eine Wohnsitzbestätigung.»

Die Konkurrenz durch die Hotellerie oder Bed-and-Breakfast-Angebote macht dem Campingbetrieb im Übrigen nicht zu schaffen: «Der heutige Gast ist hybrid geworden und bucht gleichermassen ein Viersternehotel, ein Glamping-Angebot oder ein B’n’B», sagt Schoch. Vielmehr sei es aber so, dass die Campingplätze fürs Bed-and-Breakfast-Segment eine Konkurrenz darstellten, so seine Einschätzung.

Gestiegene Camper-Bedürfnisse

Doch in welche Richtung entwickelt sich die Camping-Leidenschaft? «Die Bedürfnisse und Anforderungen des modernen Campers steigen grundsätzlich», sagt Schoch und verweist auf besagte «Glamping»-Mentalität. Auch seien die Fahrzeuge zunehmend grösser und besser ausgerüstet , was auch Anpassungen der Stromversorgung auf den Plätzen nach sich ziehe. Drahtlosinternet (WLAN) hingegen sei nun seit rund acht Jahren auf allen Plätzen Standard und gratis. Auch andere Grundversorgungen seien inbegriffen. Dazu zählten Strom, Trinkwasser und Warmwasser.

Zurück zu den Wurzeln? Nur bedingt

Jenseits der Glamping-Kultur gebe es auch wieder Tendenzen, die zurück zum klassischen Camping führen. Dies wiederum habe aber mit neuen technischen Möglichkeiten zu tun: So ermöglichen selbstaufblasende Zelte einen Zeitgewinn. Immer mehr im Trend seien auch Reisemobile mit Dachbetten, weiss Schoch.

Von der klassischen «Zurück zur Natur»-Ideologie jedoch merke man auf den Campingplätzen wenig. «Vielleicht strebt man das wieder an. Aber vor Ort zeigt sich , dass die gestiegenen Ansprüche trotzdem vorhanden sind. Vielleicht würde es noch ein paar Jahre ‹Greta-Effekt› brauchen, bis sich eine Entwicklung abzeichnet», mutmasst Schoch.

Ein überregionaler Anlass

Auf ein Solothurner Highlight blickt man bei TCS gerne zurück: das im Frühsommer erneut durchgeführte dreitägige Hafenfest, das zwar einen bescheidenen Effekt auf die Logiernachtzahlen hatte. «Dafür ist der Anlass ein regionales bis überregionales Angebot, das auf Open-Air-Kundschaft und die Gastronomie ausgerichtet ist.»

Ein neues Angebot steht übrigens bereits vor der Tür. Zwischen Mitte November und Mitte Februar ist ein Fondue-Chalet geplant, dass auf dem Platz durch das «Pier 11» betrieben werde Das Angebot sei für rund 50 bis 60 Personen ausgelegt und werde für eine offene Kundschaft einerseits, für Firmenessen oder Events andererseits, ausgerichtet sein.
Andreas Kaufmann