Camping in Griechenland: Ein Bad, beim Zeus!

Viel schöner kann ein Strand nicht sein - hier Porto Katsiki auf Lefkada. © Matthias Niese

 
 
 

Wer so reist, kommt man besonders dicht heran an Land, Leute und die schönsten Orte

IOANNINA – Wir haben uns bewusst dafür entschieden, mit dem Nordwesten des Landes eine Region zu besuchen, die so gar nicht ins Griechenland-Klischee weißer Dörfer mit blauen Haustüren über tiefblauem Meer passt. Und die praktischerweise mit der Fähre einfach erreichbar ist. Epirus ist vor allem wilde Naturkulisse, die nahe Insel Lefkada hingegen ein Ort voller Traumstrände zum Erholen.

Wir stehen am wohl schönsten Badeplatz Griechenlands. Und der liegt nicht am Meer. Rechts und links ragen rundgeschliffene Felswände empor, am Ende der kleinen Schlucht zwischen Papingo und Mikro Papingo im wilden Pindos-Gebirge blitzt die Sonne aufs dunkelgrüne Wasser eines erfrischenden Bächleins, das sich in Becken staut.

Auf Steinplatten haben wir unsere Handtücher ausgelegt und springen wie die Frösche zu den Fröschen in den natürlichen Pool. Gerade zieht eine Hitzewelle mit 40 Grad über das Land – in der Enge der Schlucht nahe der albanischen Grenze lässt sich die Gluthölle gut ertragen.

Ganz in der Nähe klafft ein noch viel größeres Naturwunder im Berg, die über 1000 Meter tiefe Vikos-Schlucht, die tiefste Europas. Hier drehen Goldadler in einer Kulisse ihre Runden, die vor allem beim Blick vom Vikos-Balkon bei Monodendrion an den Grand Canyon in den USA erinnert – besonders schön ist’s hier zum Sonnenuntergang, wenn die Felsen in allen Rottönen erstrahlen.

Mehrere Schweiß treibende Wanderwege führen von dem Dorf hinunter in die dicht bewachsene Schlucht, hindurch und wieder hinauf. In der Gegend kleben uralte Klöster auf Felsbalkonen in schwindelnder Höhe. Bei Kipi überschreiten wir mehrere osmanische Steinbogenbrücken, essen in den hübschen Bergdörfern in Tavernen Mousaka oder Souvlaki und trinken in einem der vielen Kafenions tiefschwarzen Mokka.

Ausgangspunkt unserer Ausflüge in die bis zu 3000 Meter hohe Gebirgswelt des Epirus ist die Provinzhauptstadt Ioannina, wo wir auf einem Campingplatz direkt am Ufer des riesigen Pambotis-Sees Quartier bezogen haben.

Massentourismus findet woanders statt

Die Stadt war einst Sitz des osmanischen Statthalters Ali Pascha, der sich mit dem Sultan in Istanbul überwarf und grausig hingerichtet wurde. Die Griechen verehren ihn bis heute als Rebellen gegen die muslimischen Besatzer und pilgern in seine Moschee und auf seine Burg in der von einer wuchtigen Stadtmauer eingefassten Altstadt. Dort sitzen am Abend Einheimische und Studenten in den Kneipen und knuspern kostenlose kleine Tapas zum Bier.

Vor der Stadt liegt ein Inselchen mit unzähligen Klöstern und einem Fischerdorf, in dem Karpfen, Aale, Krebse und Frösche aus dem See für gerade mal vier Euro auf dem Teller landen. Wohltuend bei der Hitze des Sommers ist danach ein Besuch in der riesigen Tropfsteinhöhle im nahen Perama, innen herrschen konstant 18 Grad Celsius.

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, eine Region zu besuchen, die so gar nicht ins Griechenland-Klischee weißer Dörfer mit blauen Haustüren über tiefblauem Meer passt. Und die praktischerweise recht einfach erreichbar ist (siehe unten). Epirus ist vor allem wilde Naturkulisse, hier liegen nur ein paar antike Stätten von Bedeutung.

Die Dörfer sind aus Natursteinen errichtet, Massentourismus findet woanders statt, die Preise sind nicht verdorben. Tolle Strände gibt es hier und auf der nahen ionischen Insel Lefkada etwa am Poros Beach trotzdem genug – wir wollen zu Beginn und am Ende der Reise ja auch mal richtig ausspannen. Insgesamt fahren wir in Griechenland gerade mal 600 Kilometer und haben trotzdem maximal viel erlebt und gesehen.

Besonders flexibel und günstig erkundet man Griechenland beim Campingurlaub, ob mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil. Übers ganze Land verteilt liegen an den schönsten Orten auch immer Campingplätze, und wer es bequemer mag, mietet sich auf vielen davon für eine oder ein paar Nächte einen Bungalow oder ein Zimmer mit Bad. Das ist auf Campingplätzen spontan einfacher als in Hotels, die gerade in der Feriensaison flexible An- und Abreisen gar nicht schätzen.

Im Gegensatz zu den riesigen Campingresorts in Frankreich, Italien oder Kroatien sind die Plätze Griechenlands überschaubar groß und werden in der Regel von einer Familie betrieben. Meist ist eine kleine Taverne dabei, manchmal auch ein Pool.

Selbst in Parga, diesem hübschen Ferienort mit seinen bunten Häusern und Ansätzen von Massentourismus gut 50 Kilometer südlich des Fährhafens Igoumenitsa, ist der Campingplatz an der daneben gelegenen Valtos-Strandbucht eher klein. Hier haben die Besitzer die für Griechenland so typischen Holztische und Stühle für ihre Gäste bereitgestellt. An denen spielen sonst in den Dörfern die alten Männer ihre Brettspiele. So möbliert kommt auch vor Zelt, Ferienwohnung oder Wohnwagen echtes Griechenland-Gefühl auf.

Mehr Informationen:
Griechische Zentrale für Fremdenverkehr
www.visitgreece.com
Minoan Lines
www.minoan.gr/de
Hellenic Camping Association
www.greececamping.gr
die die Reise unterstützten.
Anreise:
16 Fährstunden über Nacht per Camping an Bord mit Minoan ab Venedig (Anfahrt 720 Km) oder Ancona (950 Km). Für Hauptsaison rechtzeitig buchen, am besten im Herbst! Ohne Fähre 2100 Km ab Nürnberg über Serbien bis Nordgriechenland.
Campingplätze:
Parga: Valtos
www.greececamping.gr
Tel.: 00 30 / 26 84 / 03 12 87
Ioannina: Limnopoula
www.greececamping.gr
Tel.: 00 30 / 2 65 10 / 2 52 65
Poros: Poros Beach
www.porosbeach.com.gr
Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst, im Sommer heiß
Camping- und Wohnmobilreiseführer Griechenland und Peloponnes:
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