Camping-Pickup mit Abenteuer-Garantie

Toyota Tacoma Crawler Wohnkabine CMP 190

 
 
 

Mit der Crawler-Wohnkabine aus der Türkei werden Pickups zu Expeditionsmobilen – für überraschend wenig Geld. Wir haben uns einen Umbau auf Basis des Toyota Tacoma ganz genau angesehen.

Pickups und Wohnkabinen, das sind zwei Geschichten, die sich schon immer ziemlich gut ergänzt haben. Die praktischen Pritschenwagen eignen sich bekanntlich nicht nur für den Transport von Hausrat, Brennholz und Baumaterial, sondern eben auch für das Aufsatteln eines mehr oder minder großen Wohnbehälters.

Zwei Spielarten gibt es dabei zu unterscheiden: Kabinen, die auf der Ladefläche aufgesetzt werden und Kabinen, die statt der Ladefläche auf den Leiterrahmen des Pickups montiert werden – die hier besprochene Lösung von Crawler aus der Türkei ist letzteres. Vorteil Lösung 1: Eine Aufsetzkabine kann man bei Bedarf irgendwo parken und den Pickup weiter als ebensolchen nutzen. Vorteil Lösung 2: Durch die Demontage des serienmäßigen Ladebetts spart man je nach Basisfahrzeug 150 bis 250 Kilo Gewicht ein, das für die Kabine genutzt werden kann. Und vor allem lässt sich so viel freier planen sowie eine erheblich größere Grundfläche realisieren. Mit einem Nachteil: So eine Kabine schraubt keiner mehr „mal eben“ ab, der Pickup wird dauerhaft zum Wohnmobil.

Crawler Wohnkabine CMP 190

Dieses Thema hat schon eine ganze Reihe von Umrüstern beschäftigt, die inzwischen von kleinen spartanischen Mikro-Koffern bis zu ausufernd riesigen Alkoven-Aufbauten so ziemlich jede Spielart abhandeln. Ein im aktuellen Camping-Fahrzeug-Boom gültiger Konsens eint jedoch alle: Das kostet richtig Geld. Schon für eine Leerkabine aus ein wenig Blech oder Kunststoff, die auf der serienmäßigen Ladefläche montiert wird, werden gerne 15-20.000 Euro aufgerufen. Ordentlich teuer wird es für ausgebaute Kabinen, die nicht selten mehr kosten als ein kompletter Camping-Bus. Die Crawler CMP 190 macht hier eine ungewöhnliche Ausnahme, der Basispreis von rund 16.000 Euro für die reisefertig ausgebaute Kabine überrascht.

Die CMP 190 kommt aus einer Gegend, die nur wenige Wohnkabinen-Interessenten auf dem Schirm haben: Rund 100 Kilometer östlich von Istanbul baut die Firma Crawler in einer modernen Produktionshalle solche Kabinen praktisch am Fließband. Es gibt Normabmessungen für die Kabinen und die Rahmen, auf denen der Aufbau stattfindet. Sie sind entsprechend „ab Werk“ für alle relevanten Pickup-Modelle verfügbar. Die Besonderheit: Crawler produziert die CMP 190 speziell für Doppelkabiner, wegen der kurzen verfügbaren Fläche hinter der Kabine üblicherweise nicht die Ideallösung für möglichst viel Wohnraum. Die meistverkauften Pickups in Europa sind damit ausrüstbar: Ford Ranger oder Toyota Hilux, Nissan Navara oder Mitsubishi L200, auch für den VW Amarok hat Crawler eine fertig passende CMP 190 parat.

Umfangreiche Serienausstattung

Der Umbau eines Serien-Pickup zum Abenteuer-Reisemobil ist dabei vergleichsweise unaufregend und üblicherweise innerhalb eines Tages erledigt. Dafür wird die originale Ladefläche abmontiert und an den originalen Befestigungspunkten des Leiterrahmens die Crawler CMP 190 aufgeschraubt. Eine Besonderheit: Der serienmäßige Ersatzreifen, den Pickups unter der Ladefläche tragen, kommt ans Heck der Kabine. An seine Stelle wandert der 110 Liter fassende Wassertank an die originale Werksbefestigung.

Der Wassertank gehört zur ausgesprochen umfangreichen Serienausstattung bei Crawler. Während sich viele Kabinenbauer jedes einzelne Extra bezahlen lassen, ist die Crawler CMP 190 nach dem Aufbau praktisch reisefertig. Zum Serienumfang gehört das Hubdach, die Außenküche mit Spüle und zweiflammigem Gaskocher, eine Aufbaubatterie samt kompletter Elektriksteuerung, Wasserpumpe, LED-Innenbeleuchtung und zahlreiche Staufächer. Aufpreisoptionen sind unter anderem eine Eberspächer Standheizung, ein Kompressorkühlschrank und eine Solaranlage. Hier können die Nutzer entsprechend auch selbst den Aufbau erweitern und eigene Lösungen integrieren.

Seit Anfang 2019 hat Crawler nun auch eine Komplettlösung für ein weiteres Pickup-Modell im Angebot, und der Grund dafür heißt Dieter Pfaff. Der Mann gilt in der deutschen Offroadszene als Urgestein und wurde in der Nachbarschaft auf Crawler aufmerksam, der deutsche Importeur der türkischen Kabinen wohnt im selben Ort. Da traf es sich gut, dass Pfaff gerade etwas sehr spezielles in Bearbeitung hatte: Einen Toyota Tacoma, US-Ausführung mit langem Radstand und einem formidablen Heckschaden. Die Pritsche war zerstört, der Rest das Autos noch praktisch ladenneu. Eine ideale Gelegenheit, statt einer sündteuren Original-Ersatzteil-Ladefläche den schicken Tacoma zum Expeditionsmobil umzurüsten, in der Türkei machte man sich ans Werk.