Camping-Messe: Erwartungen doch noch übertroffen


 
 
 

Bexbach. Die Camping-Messe lockte 45 200 Besucher an, fast 8000 weniger als im Rekordjahr 2018. Doch angesichts von Regen, Schnee und Kälte für die Macher ein Erfolg. Auch fast alle Aussteller wollen 2020 wiederkommen.

Regen, Schnee und ein weggerutschter Parkplatz haben der Bexbacher Camping-Messe bei ihrer 58. Auflage zu schaffen gemacht – umso überraschender ist das Ergebnis, das Chef Volker Wagner gestern durchgab: 45 200 Besucher kamen dieses Jahr aufs Messegelände. Das sind zwar ein gutes Stück weniger als die 53 000 im Rekordvorjahr, doch sogar mehr als 2017 (44 500). „Ich hatte gesagt, wenn wir bei 38 000 bis 40 000 landen, kommen wir gerade so mit einem blauen Auge davon. Das Ergebnis ist bei dem Wetter sogar richtig gut“, freut sich Wagner hörbar am Telefon. Bis einschließlich Donnerstag stand man bei 34 000 Besuchern. Das Finalwochenende mit dem Mittelaltermarkt lockte also trotz wechselhaften kalten Wetters nochmal etwa 10 000 Leute an.

250 000 Euro an Kosten hatte man im Wirtschaftsplan für die Messe einkalkuliert. Diese sollten sich durch Standgebühren und Besuchereintritte refinanzieren, was wohl nicht ganz gelang. Daher dürfte die Camping ein Defizit gemacht haben, gerade wegen der Komplikationen durch den verschlammten Parkplatz. Wie teuer hier der kurzfristig engagierte Shuttle-Service für den 1.Mai kommt, kann Wagner noch nicht beziffern. Klar ist für ihn: „Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir viele Besucher verloren. Die wären 200 Kilometer hergefahren und hätten im Schlamm gestanden. Die wären wohl künftig nicht mehr gekommen“, schätzt er und zeigt sich „heilfroh“, dass die Firma überhaupt eingesprungen sei. Hätten doch ihre Fahrer spontan wohl so manchen ihrer Maiausflüge absagen müssen.

Andererseits, so Wagner, sei die Messe ja auch nicht „gewinnorientiert, das Ziel ist es, mit einer schwarzen Null rauszukommen“. Das kleine Plus im letzten Jahr habe man in die Infrastruktur investiert, etwa den Reisemobilhafen. Gewinne müssten auch versteuert werden, erinnert Wagner und hofft auf eine künftige Unterstützung vom Land als Puffer bei Notfällen. Wichtig sei das, damit man die Standgebühren und Eintrittsgelder stabil halten könne. „Wir wollen eine erschwingliche Messe bleiben. Kein Dach über dem Kopf macht es für Händler unsicherer, gleichbleibende Gebühren hingegen sicherer“, so Wagner. In Sachen Eintritte zahle man bei Indoormessen wie Stuttgart eher das Vierfache der fünf Euro in Bexbach.

Sich besser gegen schlechtes Wetter zu rüsten – das werde auch künftig kaum klappen. So bleibe nur die Chance, die Aussteller zu motivieren und das Gespräch zu suchen. „Wenn dann schönes Wetter ist, hat man das Gefühl, im Camping-Urlaub zu sein. Die Atmosphäre kriegt man in der Halle auch mit grünem Teppich und Buchsbäumchen nicht hin“, schildert Wagner. Er hoffe, dass nach diesem wettermäßigen Katastrophenjahr einige gute folgen. Man habe außer den Aussteller- auch Pagodenzelte aufgestellt, in denen Interessenten Gespräche mit Händlern führen könnten. So müssten diese sich nicht in die Autos zurückziehen. „Wenn es regnet und die Leute mit Schlamm an den Schuhen ins Innere laufen, müssen die Autos alle endgereinigt werden“, erklärt Wagner und nennt die einheitliche Außendarstellung als weiteren Vorteil dieser Maßnahme.

70 Prozent der Messe war bis Montagnachmittag schon abgebaut, der Mittelaltermarkt zu 95 Prozent. „Nächste Woche, wenn alles abtransportiert und der Platz gereinigt ist, ist hier alles wieder jungfräulich“, sagt der Messechef und wendet den Blick schon der 59. Auflage zu. Im Herbst sollten die Anmeldungen raus. Ab dem 1. Juli ersetze zuvor eine neue Kollegin die in den Ruhestand eintretende Petra Schäfer.

Ein Gespräch mit Ausstellern sei sehr positiv gelaufen: „90 Prozent haben gleich gesagt, sie kommen wieder die anderen zehn Prozent haben nicht Nein gesagt und wollen erst das Nachgeschäft abwarten.“ Die Fläche sei aber wohl schon relativ gut gefüllt. „Wir wollen das Angebot erweitern und das bestehende besser sortieren. Es ist gut, wenn man nicht unter Druck steht, zwei große Aussteller mit je 15 Autos zusätzlich finden zu müssen“, so Wagner. Die Not falle weg, Lücken zu stopfen. Im Gegenteil könne man jetzt gezielt Ergänzungen finden. Etwa beim Zubehör. Da habe er mit Vertretern zweier Firmen gesprochen, die die Messe erstmals besucht hätten, um sich ein Bild zu machen. Es geht hier etwa um Sicherheitstüren für Reisemobile und hochwertige Fenster. Sie kann man dann vielleicht bei der Camping 2020 – wohl im April – kaufen.

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