Schließung droht: Dirk Bachmann will den Campingplatz am Bühl retten


 
 
 

Den Campingplatz am Bühl gibt es seit über 40 Jahren. Der Platz ist in die Jahre gekommen. Der neue Pächter will ihn modernisieren und attraktiver machen – unter anderem mit Schlaffässern.

Der Platz ist etwas in die Jahre gekommen. Das Dach des Haupthauses ist undicht und auch Toiletten und Duschen haben schon bessere Zeiten erlebt. Wenn man das Gelände des Campingplatzes in Ahnatal, oberhalb des Bühls gelegen, betritt, sieht man auch mit ungeübtem Blick, dass sich hier seit den 1970er-Jahren, als das Haupthaus entstand, nicht viel verändert hat. Der Ort ist malerisch, der Charme etwas rustikal.

Um das Dach und die Sanitäranlagen im Haupthaus des Campingplatzes am Bühl zu sanieren, sind etwa 150.000 Euro nötig, schätzt Dirk Bachmann. „Dann wäre das komplette Gebäude in einem Top-Zustand und ansehnlich.“ Seit Anfang Januar ist der 44-Jährige der neue Pächter des Campingplatzes und er hat einiges vor. Er will den Platz modernisieren und attraktiver machen – auch für Touristen und Kurzcamper. Eine von vielen Ideen: Er möchte Schlaffässer aus Holz aufstellen, die auf Campingplätzen derzeit sehr beliebt seien.

Als er Anfang vergangenen Jahres in der Zeitung las, dass die Gemeinde Ahnatal einen neuen Pächter für das Gelände suchte, hatte er sofort Interesse und stellte ein Konzept auf, das Bürgermeister Michael Aufenanger, den Gemeindevorstand und auch den bisherigen Pächter, den Campingverein überzeugte.

Doch statt schon mitten in den Umbauten zu stecken, muss Bachmann warten. Die für den geplanten Ausbau benötigten 150.000 Euro wurden im Dezember von der Gemeindevertretung auf Antrag der SPD-Fraktion nicht bewilligt. Nun muss der Gemeindevorstand bis zur kommenden Sitzung am 14. Februar einen Investitions- und Finanzplan aufstellen, über den die Gemeindevertreter entscheiden.

Für Bachmann, der einen unbefristeten Pachtvertrag unterschrieben hat, geht es in dieser Sitzung um alles. Denn entweder, es geht weiter mit dem Platz, oder er wird geschlossen. Derzeit prüft laut Bachmann die Firma Jütte aus Kassel wie teuer es wäre, den Platz stillzulegen. „Die müssten alles abreißen und die Straße zurückbauen“, erklärt Bachmann. Er holt derweil Angebote für die Sanierung der Anlage ein. Für Bachmann, der aus Immenhausen stammt und seit 14 Jahren in Heckershausen lebt, wäre es „ein Unding“, den Platz aufzugeben. „Das wäre, als wenn man mitten in einer Weltmeisterschaft ein Fußballstadion abreißen würde.“

Camping sei am Boomen, überall entstünden neue Plätze. Jetzt einen Platz, den es seit 40 Jahren gibt, zu schließen, könne er sich nicht vorstellen. „Es gibt ganz viel Potenzial hier“, sagt Bachmann. Die Stammkunden kommen seit Jahrzehnten. Das Gelände hat 15.000 Quadratmeter Fläche. Auf einer großen Wiese findet bis zu 50 Zelte Platz. Im Sommer sei die immer voll, auch zu Großereignissen wie dem BMX-Festival in Ahnatal, der Connichi und der documenta in Kassel sei der Platz ausgebucht. Für Wohnmobile gibt es knapp 80 Plätze, von denen 54 belegt sind, neun davon mit Dauercampern.

Für diese Saison plant Bachmann, erst einmal grundlegend aufzuräumen. Ein paar Tannen wurden bereits gefällt, die Kosten dafür noch vom Campingverein übernommen, der Bachmann weiterhin unter die Arme greift. „Wir machen viel in Eigenleistung, um die Kosten zu reduzieren“, sagt Bachmann.

Er hofft, dass das Parlament grünes Licht für den Weiterbetrieb gibt. Denn die Saison beginnt im April und bereits Anfang März hat sich der erste Camper angekündigt. Bachmann hat einen Wunsch: „Den Platz langfristig zu betreiben.“